Über Wiesn-Reservierungen wird viel behauptet und wenig belegt. Wir haben die Reservierungsseiten von sieben großen Zelten gelesen. Das Ergebnis ist selbst die Nachricht: Die meisten veröffentlichen ihre Bedingungen gar nicht – und die, die es tun, sagen Dinge, die man vorher wissen sollte.
Was tatsächlich belegt ist
| Zelt | Was die Betreiberseite sagt |
|---|---|
| Augustiner-Festhalle | 2 Maß Bier und ½ Hendl pro reserviertem Platz. Dazu die Auskunft, dass die Platzkontingente bereits komplett vergeben sind; nur begrenzte Mittagsplätze auf direkte Anfrage. Mittagsreservierungen dienstags und mittwochs 11.30 bis 16 Uhr. |
| Schottenhamel-Festhalle | Nur ganze Tische mit mindestens 8 und höchstens 10 Personen. Schichten im großen Saal: werktags 12–15.30 und 16–22.30 Uhr, freitags und sonntags 11–15 und 15.30–22.30 Uhr. Rechnung Anfang bis Mitte Juni, Verzehrmarken ab etwa Anfang Juli nach Zahlungseingang. |
| Löwenbräu-Festzelt | Abendplätze nicht verfügbar, buchbar nur Mittag Montag bis Donnerstag 12 bis 16.30 Uhr. Und: Die 2.600 Innenplätze dürfen an Samstagen, Sonntagen und am Feiertag nach städtischer Vorgabe nicht reserviert werden. |
| Hacker-Festzelt | Vergabe der Kontingente am 19. Mai 2026, Marken-Shop ab etwa Mitte Juli. Bedingungen nennt die Seite nicht. |
| Hofbräu-Festzelt | Portal für Neukunden ab Anfang März. Bedingungen nennt die Seite nicht. |
| Armbrustschützen-Festzelt | Verweis auf das Online-Portal. Keine Bedingungen auf der Seite. |
| Bräurosl | Verweis auf das Reservierungsportal. Keine Bedingungen auf der Seite. |
Der Satz, der die Lage im September beschreibt
Zwei der drei Zelte mit veröffentlichten Angaben sagen es selbst: Beim Löwenbräu-Festzelt sind Abendplätze nicht verfügbar, bei der Augustiner-Festhalle sind die Kontingente komplett vergeben. Die Vergabe beim Hacker-Festzelt lag am 19. Mai, die Rechnungen bei Schottenhamel gingen im Juni raus, die Verzehrmarken im Juli.
Wer Anfang September nach einer Abendreservierung sucht, sucht also einem Zug nachher, der im Frühjahr abgefahren ist. Was bleibt, ist der Mittag – und der ist bei zwei Zelten ausdrücklich noch buchbar.
Warum das kein Problem sein muss
Ein Teil der Plätze darf gar nicht reserviert werden. Nach Angabe der Stadt sind an Wochenenden und am Feiertag bis 15 Uhr die Hälfte der Plätze von Reservierungen ausgenommen, danach ein Viertel. Das Löwenbräu-Festzelt nennt dazu die konkrete Zahl für sein Haus: 2.600 Innenplätze, an Wochenenden und Feiertagen nicht reservierbar.
Der Haken steht in derselben Quelle: An stark besuchten Tagen sind diese freien Plätze häufig schon vormittags belegt, und zwischen 16 und 18 Uhr wechseln in vielen Zelten die Reservierungen – dann ist der Einlass ohne Reservierung laut Veranstalter kaum realistisch.
Also: früh kommen oder werktags kommen. Das Besucher-Barometer stuft die Vormittage von Montag bis Freitag überwiegend als ruhig ein. Die Auswege für den Fall, dass es trotzdem nicht klappt, stehen in Festzelte voll?
Was eine Reservierung rechnerisch bedeutet
Nur ein Zelt nennt den Mindestverzehr, aber daran lässt sich zeigen, was so eine Buchung auslöst. Bei der Augustiner-Festhalle mit einem Maßpreis von 14,90 Euro:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| 2 Maß pro Platz, je 14,90 € | 29,80 € |
| ½ Hendl pro Platz | Preis nicht veröffentlicht |
| Mindestens pro Person, nur die Getränke | 29,80 € |
| Bei einem Tisch mit 10 Personen, nur die Getränke | 298 € |
Für Speisen gibt es keine amtliche Preisliste, deshalb steht dort keine Zahl. Was ein ganzer Tag kostet, rechnet Was kostet ein Wiesn-Tag? durch.
Die Tischgröße entscheidet, ob Reservieren überhaupt geht
Die Schottenhamel-Festhalle nennt es klar: nur ganze Tische, mindestens 8, maximal 10 Personen. Das ist die entscheidende Zahl für alle, die nicht in einer Gruppe kommen. Zu zweit oder zu viert reserviert man in einem solchen Zelt nicht – man kommt früh und setzt sich auf einen freien Platz.
Wer dagegen mit acht bis zehn Leuten unterwegs ist, ist genau die Zielgröße. Wie ein solcher Tag praktisch abläuft, steht in Wiesn mit einer Gruppe.
Was hier nicht steht, und warum
- Mindestverzehr der übrigen Zelte. Vier von sieben verweisen nur aufs Portal. Ohne Veröffentlichung tragen wir keine Zahl ein.
- Reservierungspreise. Keine der geprüften Seiten nennt einen Betrag.
- Aktuelle Verfügbarkeit. Genannt ist nur, was die Betriebe selbst schreiben. Eine Prozentzahl wäre erfunden.
- Reservierungen über Vermittler. Es gibt Portale, die Tische weiterverkaufen. Geprüft haben wir keins, deshalb steht hier keins.
Die Zeltdaten mit Plätzen, Wirt und Kapelle stehen in Festzelte 2026 im Überblick.
Häufige Fragen
Die wichtigsten Antworten, kurz und ohne Umwege.
Was kostet eine Wiesn-Reservierung?
Keine der sieben geprüften Betreiberseiten nennt einen Betrag für die Reservierung selbst. Belegt ist nur ein Mindestverzehr: Die Augustiner-Festhalle verbindet jeden reservierten Platz mit 2 Maß Bier und einem halben Hendl. Bei einem Maßpreis von 14,90 Euro sind das allein für die Getränke 29,80 Euro pro Person, bei einem Zehnertisch 298 Euro.
Gilt der Mindestverzehr von 2 Maß und einem halben Hendl in allen Zelten?
Das lässt sich nicht bestätigen. Von sieben geprüften Zelten veröffentlicht genau eines diese Bedingung. Vier verweisen für die Bedingungen nur auf ihr Reservierungsportal. Das heißt nicht, dass es dort keinen Mindestverzehr gibt – nur, dass er nicht öffentlich steht.
Kann ich als Paar oder zu viert einen Tisch reservieren?
In der Schottenhamel-Festhalle nicht: Dort sind Reservierungen nur tischweise mit mindestens 8 und höchstens 10 Personen möglich. Kleinere Gruppen kommen besser früh und nutzen die nicht reservierbaren Plätze – an Wochenenden und am Feiertag ist das bis 15 Uhr die Hälfte aller Plätze.
Bekomme ich Anfang September noch eine Reservierung für 2026?
Für den Abend praktisch nicht. Das Löwenbräu-Festzelt schreibt, Abendplätze seien nicht verfügbar; die Augustiner-Festhalle nennt ihre Kontingente komplett vergeben. Buchbar bleibt der Mittag: beim Löwenbräu montags bis donnerstags 12 bis 16.30 Uhr, bei Augustiner begrenzt auf direkte Anfrage.
Wann werden die Reservierungen vergeben?
Im Frühjahr. Das Hacker-Festzelt nennt den 19. Mai 2026 als Vergabetermin, das Hofbräu-Festzelt öffnet sein Portal für Neukunden Anfang März, das Löwenbräu-Festzelt beginnt im März. Bei Schottenhamel gehen die Rechnungen Anfang bis Mitte Juni raus, die Verzehrmarken ab etwa Anfang Juli nach Zahlungseingang.
Wie viele Plätze bleiben ohne Reservierung frei?
Nach Angabe der Stadt sind an Wochenenden und am Feiertag bis 15 Uhr die Hälfte der Plätze von Reservierungen ausgenommen, danach ein Viertel. Das Löwenbräu-Festzelt nennt für sein Haus 2.600 Innenplätze, die an Samstagen, Sonntagen und am Feiertag nach städtischer Vorgabe nicht reserviert werden dürfen.
Quellen
Alle überprüfbaren Angaben stammen aus diesen Quellen. Abrufdatum jeweils angegeben.
- Besucher-Barometer: Die beste Zeit für einen entspannten Besuch – Landeshauptstadt München / Oktoberfest.de , abgerufen am 02.09.2026
- FAQs: Wichtige Fragen und Antworten für Besucher der Wiesn – Landeshauptstadt München / Oktoberfest.de , abgerufen am 02.09.2026
- Öffnungszeiten des Münchner Oktoberfestes vom 19.9. bis 4.10.2026 – Landeshauptstadt München / Oktoberfest.de , abgerufen am 02.09.2026
- Oktoberfest 2026: Bier-, Limonaden- und Tafelwasserpreise – Landeshauptstadt München, Referat für Arbeit und Wirtschaft , abgerufen am 02.09.2026
- Reservations – Hofbräu-Festzelt – Hofbräu-Festzelt , abgerufen am 02.09.2026
- Reservieren – Bräurosl – Bräurosl , abgerufen am 02.09.2026
- Reservierung – Augustiner Festhalle – Augustiner Festhalle , abgerufen am 02.09.2026
- Reservierung – Festhalle Schottenhamel – Festhalle Schottenhamel , abgerufen am 02.09.2026
- Reservierung – Hacker-Festzelt – Hacker-Festzelt , abgerufen am 02.09.2026
- Reservierungen – Löwenbräu-Festzelt – Löwenbräu-Festzelt , abgerufen am 02.09.2026
- Reservierungsanfrage – Armbrustschützenzelt – Armbrustschützenzelt , abgerufen am 02.09.2026

